Drei Fragen an Felix Homann

Was bedeutet der Kulturmarathon für Sie?

Der Kulturmarathon hat mir und vielen weiteren Kulturschaffenden der Stadt vor allem ein wenig dringend benötigte Perspektive verschafft.

Dazu hat er mir ermöglicht, unter grundsätzlich veränderten Rahmenbedingungen gänzlich neue Wege zu gehen, die Bühne zu verlassen und mit meinen “Brückenklängen” trotzdem innerhalb meines Hauptthemenbereichs Wissenschaft und Technik ein interaktives Live-Erlebnis, ein Miteinander für die Osnabrücker zu schaffen. Der Kulturmarathon hat also auch geholfen, mein künstlerisches Spektrum um eine neue Facette zu erweitern. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie haben Sie die Corona-Phase bezüglich der Kultur bislang erlebt?

Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Bei allem Beeindruckenden, was jetzt trotz Corona-Bedingungen realisiert wurde und wird, schwingt ja doch auch immer das Gefühl des Verlusts mit. Der Verlust an Nähe zum Publikum, an direkter Interaktion auf der Bühne, an Ausgelassenheit und Unbeschwertheit. Die Stimmung scheint mir immer noch überall gedämpft zu sein, auch wenn die Freude im Publikum, überhaupt wieder kulturelle Veranstaltungen erleben zu können, ebenso deutlich spürbar ist.

Was wünschen Sie sich in der Zukunft für die Kulturlandschaft in Osnabrück?

Augenblicklich wünsche ich mir nur, dass möglichst viele der freien, selbständigen Kulturschaffenden diese Phase überstehen und der Kulturlandschaft erhalten bleiben. Die kommenden Herbst- und Wintermonate werden für sehr viele sehr kritisch. Jede einzelne Person, die aufgibt oder aufgeben muss, wäre ein schmerzlicher Verlust für die kulturelle Vielfalt in dieser Stadt.

 

Foto: KAI KREMSER