Drei Fragen an das Musikbüro Osnabrück e.V.

Was bedeutet der Kulturmarathon für Sie?
Wie viele andere im kulturellen Sektor sind Veranstaltungen und das Zusammenkommen von Menschen ein zentrales Element unserer Arbeit. Umso bitterer war und ist es, zahlreiche Veranstaltungen absagen zu müssen und auch heute noch mit der Ungewissheit zu leben, ob und in welchem Rahmen solche stattfinden können. Wir sind im Musikbüro sehr glücklich darüber, im Rahmen des Kulturmarathons nun aber zwei Projekte anstoßen zu können, die wir schon länger im Hinterkopf hatten und die in nahezu jedem denkbaren Fall der Corona-Einschränkungen durchgeführt werden können – ein neues Podcast- und ein Video-Format.

Wie haben Sie die Corona-Phase bezüglich der Kultur bislang erlebt?
Für mich persönlich war die Corona-Phase eigentlich mit mehr Arbeit verbunden, als wenn die den Corona-Einschränkungen zum Opfer gefallenen Projekte wie geplant hätten stattfinden können. Wochenlang Veranstaltungen rückabzuwickeln oder zu verschieben ist unglaublich frustrierend. Daher bin ich ziemlich froh, dass man unter den gegenwärtigen Bedingungen wieder etwas machen kann, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen als vor Corona. Ein kulturelles Leben ohne die Zusammenkunft von Menschen ist auf lange Sicht nur schwer vorstellbar. Aber es hilft nun mal alles nichts. Im Vergleich zu anderen hatten wir im Musikbüro aber sehr viel Glück. Gerade die privatwirtschaftlichen Kulturakteure, die mit völligem persönlichen Einsatz bei der Sache sind, leiden immer noch sehr unter den sehr schwierigen Bedingungen – Musiker*innen, Veranstalter*innen und auch Gastronom*innen.

Was wünschen Sie sich in der Zukunft für die Kulturlandschaft in Osnabrück?
Ein positiver Aspekt der Ereignisse der letzten Monate ist vielleicht, dass die Kulturszene spartenübergreifend ein wenig näher zusammenrückte und plötzlich Protagonist*innen im selben Boot saßen, die sonst kaum Berührungspunkte hatten. Ich würde mir wünschen, dass diese verstärkte Netzwerktätigkeit weiter anhält – auch wenn wir die Corona-Thematik womöglich irgendwann hinter uns gelassen haben. Ich hoffe natürlich sehr, dass möglichst schnell wieder ein Kulturbetrieb wie früher möglich ist. Sollten nämlich Kulturschaffende und Kulturträger aufgrund der schwierigen Situation auf der Strecke bleiben, wäre das ein unschätzbarer Verlust für die Stadt und die Region Osnabrück.