Auf Regenbögen gehen – Wer kann es?

Von Erich Maria Remarque sind wir Düsternisse gewohnt: Härten, Desillusionierung. Aber der aus Osnabrück stammende Anti-Kriegs-Autor hat auch Helles verfasst – Ermutigendes. Einer dieser Sätze, höchst poetisch, lautet wie folgt: „Auf Regenbögen gehen – wer kann es? Niemand. Aber es ist genug, wenn man die Sehnsucht hat.“

Dieser Satz wird auf Keramikscherben stehen, die am 25. September in Osnabrück verteilt wurden. Auf deren Rückseite befindet sich eine Verpflichtung: „Bitte verschenken Sie diese Scherbe weiter und weiter und weiter und weiter…“ – Ein Zeichen der Mutschöpfung in Zeiten von Corona. Der 25. September erklärt sich durch Remarque. 2020 jährte sich sein Tod an diesem Tag zum 50. Mal. Die Keramik, in Scherbenform, erklärt sich durch den symbolischen Anspruch, den Kunst und Kultur damit erheben: In Zeiten von Covid-19 nicht nur als Problem oder Kostenfaktor gesehen zu werden, sondern Teil der Lösung zu sein, Teil eines gesamtgesellschaftlichen Gewinns.

Volker-Johannes Trieb ist ein Bildkünstler mit Wurzeln in der Gebrauchskeramik; heute überwiegend im Schwerpunkt Skulpturen (aus Stahl, Fundstücken und Holz) tätig. 2012 erschuf er die Kunst Mikronation „IKTOMIA“. Seine Arbeiten sind regional und weltweit auch im öffentlichen Raum zu sehen.

Verteilt am 25. September 2020, Ort: Osnabrück Innenstadt

[Gefördert durch die Stadt Osnabrück]

Bildmaterial: Heiner Heemann, Atelier Trieb