Drei Fragen an Sabine Meyer

Was bedeutet der Kulturmarathon für Sie?

Für mich bedeutet der Kulturmarathon eine Wertschätzung der Osnabrücker Kulturszene durch die Stadt in schwierigen Zeiten. Aber auch eine Möglichkeit, neue, kreative Ideen zu entwickeln und zu realisieren. Es sind bereits wundervolle Projekte realisiert worden, die vielleicht ohne den Kulturmarathon nicht hätten realisiert werden können.

Wie haben Sie die Corona-Phase bezüglich der Kultur bislang erlebt?

In der Corona-Zeit habe ich ein extremes Auf und Ab erlebt. Mit einem Schlag war am 13. März 2020 jeglicher Auftritt, jedes Projekt, jedes noch so kleine Event abgesagt. Von 100 auf 0 mit Vollbremsung. Die Monate bis zur Lockerung der Pandemievorschriften waren voller Sorgen und Zweifel. Dennoch zeichneten sich im Dunklen helle Lichtstreifen am Horizont ab: Menschen, die mich anriefen, wie sie helfen könnten; Menschen, die ein offenes Ohr hatten und Menschen, die unterstützten, wo sie nur konnten. Und ich habe wundervolle Begegnungen, Gespräche und Vernetzungen erlebt, für die ich dankbar bin. Jetzt scheinen wir uns in einem neuen Alltag allmählich zurecht zu finden. Aber für die Kulturszene bleiben es schwere Zeiten. Viele von uns stecken noch immer schuldlos in einer finanziellen Notlage und/oder werden langfristig darin stecken.

Was wünschen Sie sich in der Zukunft für die Kulturlandschaft in Osnabrück?

Wir brauchen einen langen Atem, denn der Kulturmarathon findet in Zeiten des Pandemie-Marathons statt. Uns werden die Auswirkungen der Pandemie noch lange beeinflussen, gerade dort, wo Menschen zusammenkommen. Und das ist zum Beispiel im Rahmen von Kulturveranstaltungen. Ich wünsche unserer Stadt mit ihrer vielfältigen, bezaubernden, unglaublich kreativen Kulturlandschaft, die Kraft, die Ausdauer und den Mut, diese lange Zeit zu überstehen und die Kultur lebendig blühen zu lassen.

FOTO: MAX CIOLEK